Druckleitungen

an Hebeanlagen und Pumpstationen

Grundprinzipien

Hebeanlagen und Pumpstationen pumpen anfallendes Abwasser über eine Druckleitung ab. Die Druckleitung führt mit der Sohle der Rückstauschleife über die Rückstauebene und verhindert so das Eindringen von Wasser aus dem Kanal. Um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten, wird die Druckleitung idealerweise so ausgeführt, dass ihr Inhalt mit jedem Pumpvorgang vollständig ausgetauscht wird.

Normvorgaben zur Druckleitung

Druckleitungen werden an belüftete Grund- oder Sammelleitungen angeschlossen. Anschlüsse zusätzlicher Entwässerungsgegenstände oder Belüftungsventile sowie Einmündungen in Abwasserfallleitungen sind nicht zulässig. Führt die Druckleitung in einen Schacht, ist dort für eine wirksame Energieumwandlung zu sorgen. Dies kann beispielsweise erfolgen, indem der Schacht als Druckentspannungsschacht ausgeführt wird. Weitere Vorgaben für Druckleitungen ergeben sich aus dem Anlagentyp.

Anlagen für Schwarzwasser (Typ 1)

  • Absperrschieber hinter Rückflussverhinderer
  • Mindestnennweite (ohne Fäkalienzerteilung): DN 80
  • Mindestnennweite (mit Fäkalienzerteilung): DN 32
  • Normgrundlage: DIN EN 12050-1

Anlagen für Grauwasser (Typ 2)

  • Bei DN < 80: wahlweise Rückflussverhinderer mit Anlüftvorrichtung statt Absperrschieber
  • Mindestnennweite: DN 32
  • Normgrundlage: DIN EN 12050-2

Anlagen für Schwarzwasser (Typ 3)

zur begrenzten Verwendung:

  • Bei DN < 80: wahlweise Rückflussverhinderer mit Anlüftvorrichtung statt Absperrschieber
  • Mindestnennweite (ohne Fäkalienzerteilung): DN 25
  • Mindestnennweite (mit Fäkalienzerteilung): DN 20
  • Normgrundlage: DIN EN 12050-3

Achtung: Belastungsspitzen prüfen!

Laut Norm DIN EN 12056-4 muss die Druckleitung mindestens dem 1,5-fachen des maximalen Pumpendrucks standhalten. Dennoch sollten die auf die Leitung einwirkenden Kräfte genau geprüft werden, da weitere Faktoren ein noch belastungsfähigeres Rohrmaterial erforderlich machen können. Einige solche Faktoren sind:

  • Druckschläge
  • Erdlasten
  • Temperatureinflüsse
  • Prüf- und Spüldrucke
  • Langzeitverhalten und Gewährleistungsfristen

Materialempfehlungen für Druckleitungen

Als korresionsbeständige und druckfeste Rohrmaterialien kommen zum Beispiel Edelstahl, Gusseisen und verschiedene Kunststoffe in Frage. Wir empfehlen für Druckleitungen vor allem Rohre aus folgenden Materialien:

PE-HD

  • Stangen- oder Rollenware
  • Einbau ins Erdreich oder frei verlegt
  • Verschiedene
  • Nahezu alle Nennweiten
  • Normgrundlage: DIN 8074 & 8075

PVC (PVC-U/PVC-C)

  • Stangenwaren
  • Einbau ins Erdreich oder frei verlegt
  • Druckstufen: PN10, PN16
  • Nahezu alle Nennweiten
  • Normgrundlage: DIN 8061 & 8062

SML / KML / TML

  • Stangenware
  • Einbau ins Erdreich (TML) oder frei verlegt (SML / KML)
  • Nur mit Schellen & Krallen druckbeständig
  • Gängige Nennweiten: DN 50+

Flexible Druckleitung für Unterflurhebeanlagen

Für den Einbau von Hebeanlagen in die Bodenplatte sind flexible Druckleitungen eine optimale Lösung. Sie werden verwendet, um den Druckanschluss der Hebeanlage mit dem bauseitigen Druckleitungsrohr zu verbinden. Mit dem KESSEL-Druckleitungsset bieten wir einen flexiblen PVC-Druckschlauch mit Verstärkungsspiralen (Nennweite DN 32 oder DN 40) inklusive Übergangsverschraubung zum Anschluss an die Hebeanlage.